Richtig belichten

In der Kamera: Belichtungskorrektur und/oder Aufhellblitz verwenden

Manchmal kommt man trotzdem nicht drum herum, ein Motiv gegen das Licht zu fotografieren. Nehmen wir nochmals das Beispiel eines Motivs (hier im Beispiel ein ziemlich hässliches Stofftier), das in einem dunklen Raum vor einem Fenster fotografiert wird, durch das helles Tageslicht hereindringt. Kameras produzieren in einer solchen Situation oft Bilder, in welchen das Motiv im Vordergrund „schwarz“ ist. Das liegt daran, dass der Vordergrund im Vergleich zum Hintergrund lichtärmer ist und die Kamera nur eines von beiden korrekt belichten kann. In der Regel entscheidet sie sich dann für den helleren Lichtbereich.

Um trotzdem noch ein halbwegs brauchbares Foto zu erhalten, gibt es zwei Techniken, mit denen man die Belichtung im Bild korrigieren und ausgleichen kann.

Lösung 1: Manuelle Belichtungskorrektur einstellen

Die allermeisten Kameras haben eine „manuelle Belichtungskorrektur“. Damit kann man der Kamera signalisieren, dass sie das Bild heller oder dunkler belichten soll. Der Wert dieser Über- oder Unterbelichtung wird in „EV“ angegeben und kann je nach Kameramodell von +/-2 bis +/-5 EV eingestellt werden. Positive Werte bedeuten dabei stärkere Belichtung (das Bild wird insgesamt heller), negative bedeuten schwächere Berlichtung (das Bild wird insgesamt dunkler). Das Symbol für die manuelle Belichtungskorrektur sieht auf allen Kameras gleich aus, die Menüs sollten ähnlich sein, wie unten dargestellt:

Probieren wir das gleich an unserem Stofftier vor hellem Hintergrund aus, indem wir einer Belichtungskorrektur von +2 EV einstellen, d.h. überbelichten.

Im Vergleich zum ersten Versuch ist das Bild schon etwas besser geworden: Zwar haben wir den Hintergrund verloren, der überbelichtet und „ausgebrannt“ ist. Außerdem ist das eigentliche Motiv immer noch etwas dunkel. Trotzdem ist es überhaupt wieder zu erkennen. Wenn möglich, sollte man hier noch stärker überbelichten: Bei +3 EV bis +3,6 EV sollte das Motiv wieder korrekt belichtet erscheinen. Bei der hier verwendeten Kamera war allerdings bei +2 EV Schluss. Zum Glück gibt es noch eine weitere Technik, mit der sich die Belichtung korrigieren lässt!

Achtung!
Achte hinterher darauf, die manuelle Belichtungskorrektur nach der Verwendung wieder deaktivierst. Hierzu musst du den Regler zurück auf 0 EV setzen. Anderenfalls sind alle deine anderen Bilder, die du mit dieser Einstellung schießt, über- bzw. unterbelichtet.

Lösung 2: Aufhellblitz verwenden

Manch einer denkt, der Blitz sei nur für dunkle Räume gedacht. Tatsächlich eignet sich der Blitz aber auch bei strahlendem Tageslicht, um Bildbereiche aufzuhellen, die sonst zu dunkel wären – wie etwa unser Motiv. Probieren wir den Einsatz eines solchen „Aufhellblitzes“ an unserem Motiv aus:

 

Die Einstellungen dieser beiden Bilder sind identisch. Der einzige Unterschied beim zweiten Bild ist der Aufhellblitz: Er hat dafür gesorgt, dass unser Motiv im Vordergrund fast so lichtintensiv ist, wie der Hintergrund – deswegen sind beide Bildteile korrekt belichtet.

Probier's aus!

Mach selbst das Experiment, indem du ein Motiv vor ein Fenster stellst und ein Foto gegen das Licht machst.

Ist der Hintergrund richtig belichtet, aber das Motiv unterbelichtet (schwarz)? Dann versuche, mit Hilfe der manuellen Belichtungskorrektur eine Überbelichtung einzustellen (positiver EV-Wert) oder versuche es mit einem Aufhellblitz.

Ist das Motiv richtig belichtet, aber der Hintergrund überbelichtet (weiß)? Dann versuche, mit Hilfe der manuellen Belichtungskorrektur eine Unterbelichtung einzustellen (negativer EV-Wert) und helle dein Motiv mit einem Aufhellblitz auf.

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